Die DDR und die Stasi – Mein Stück deutsche Geschichte
Eine Seite gegen das Vergessen, Verniedlichen und die Ignoranz

Mordanschlag durch Stasi

Foto: Anna-Lena Ramm / pixelio.deDie Stasi war unter anderem für die Drecksarbeit des deutschen Vorzeige-Arbeiter-und-Bauern-Staates verantwortlich und tatsächlich war sie sich in dieser Hinsicht auch für nichts zu schade. Erpressung, Manipulation und Folter physischer und psychischer Art gehörten zum Standardrepertoire eines der wohl schlimmsten Geheimdienste der Welt. Selbst vor Mord im Auftrag der Arbeiterklasse schreckte man nicht zurück.

Mord durch die Stasi – Eine sichere Methode

Es hielten sich in der DDR hartnäckig die Gerüchte, dass die DDR-Führung unliebsame Zeitgenossen durch die Stasi verschwinden lassen konnte. Zwar wusste keiner genau wo und wie, aber eine bessere Abschreckung konnte es auch gar nicht geben, als eben diese diffuse Angst zu schüren.

Der Anschlag

Auch auf meine Familie wurde vermutlich ein Mordanschlag verübt. In Berlin gab es seiner Zeit eine aufkeimende Friedensbewegung. Man traf sich u.a. in der Sophienkirche. Wir sympathisierten zwar mit dieser Bewegung, waren aber selbst nicht Teil derselben. Wir wollten ja auch nicht die DDR verändern, sondern die Ausreise in die BRD erreichen.

Ich hätte auf der Arbeit wohl besser nicht erzählen sollen, dass wir nach Berlin fahren wollten? Eigentlich wollten wir nur eine Cousine besuchen, die seit kurzem dort wohnte, aber das glaubte uns anscheinend niemand. Auf der Autobahn nach Berlin mussten wir mit unserem Trabant Kombi nach einigen Kilometern den nächstgelegenen Parkplatz anfahren, weil eines unserer Kinder mal „Pippi“ musste. Auf dem Parkplatz angekommen wollte ich meine Sitzposition verschieben. Dazu hielt ich mich am Lenkrad fest und wollte meinen Sitz etwas nach vorne ziehen. Aber nicht der Sitz gab nach, sondern das Lenkrad. Ich hielt es plötzlich in der Hand, samt Lenkradstange. Man hatte die Verbindung zwischen Lenkradstange und Lenkgetriebe gelöst. Dazu war es notwendig, mehrere Muttern zu entfernen. Die Schrauben hatte man stecken lassen, so dass alles normal aussah und man erst mal auch lenken konnte. Hätte ich das Verstellen meines Sitzes während der Fahrt versucht, hätte es die völlige Manövrierfähigkeit unseres Fahrzeugs nach sich gezogen und ein Verkehrsunfall wäre die unausweichliche Konsequenz gewesen. Und das Ganze passierte einen Tag nachdem ich das Auto nach einer Inspektion aus der Werkstatt geholt hatte.

Von diesem Tage an kontrollierte ich täglich die Radmuttern und testete Lenkung und Bremsen vor dem Losfahren. Eine Kfz-Werkstatt suchte ich fortan auch nicht mehr auf. Es gab kaum noch jemanden, dem ich vertrauen konnte.

Methoden zur Unterdrückung des Freiheitsgedankens

Zur Tötung von Staatsfeinden gab es in der DDR mannigfache Möglichkeiten. Die nachfolgend aufgeführten Methoden standen für eine durchaus gängige Praxis und sind historisch belegt. Mehr Informationen dazu gibt es auf der gut recherchierten Website von Peter Kolbatz, der auch die folgenden Fakten entnommen sind:

Erschießen oder Töten durch Minen

Die DDR-Grenztruppen dürften bis 1989 weit mehr als 200 Personen umgebracht haben.  Die Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter- ermittelte bis 1990 4.444 Fälle „von versuchten und vollendeten Tötungshandlungen“, um DDR-Flucht zu verhindern. Dabei wurden etwa 700 Verletzte  registriert (Sauer/Plumeyer 1991, S. 79; vgl. Föhrig 1996).2. Terrorurteile

Bis 1989 dürfte es in der DDR weit mehr als 200.000 politische Urteile und 10.000 Hinrichtungen gegeben haben.

Ermordung nach Verschleppung aus dem Operationsgebiet

Fricke (pers. Ausk. 9/1996) schätzt die Zahl der vom SED-Sicherheitsdienst aus dem Bundesgebiet in die DDR Entführten auf 120 Überläufer aus dem MfS und 700 andere „Staatsfeinde“. Von den Überläufern dürften etwa ein Dutzend hingerichtet worden sein. Zu zu den Staatsfeinden, die ihre Verschleppung einfach „nicht überlebt haben“, gibt es noch keine Zahlen.

Direkte Liquidierung im Operationsgebiet und in der DDR

Dies geschah unter anderem durch Erschießen, Erdrosseln, Ertränken etc. unter Vortäuschung eines Unfalls, eines Suizids oder eines „normalen“ Verbrechens.

Töten in Haftanstalten

Hier starben die Häftlinge an „Herzversagen“.

Ermordung in Krankenhäusern

In der DDR wurden nicht nur früh geborene Kinder in Kliniken passiv und aktiv getötet, sondern auch Staatsfeinde in Krankenanstalten umgebracht , z.B. bei Operationen und mittels anderer Methoden.

Tötung im Arbeitsprozess

Dies geschah z.B. durch Strahlenexposition, gesundheitsschädigende Tätigkeit u.a. bei Zwangsarbeit und durch „Arbeitsunfälle“.

Beauftragung westlicher Terroristen sowie anderer Schwerverbrecher

Die Aufträge lauteten auf Mord, Attentate, Sabotage- und Terrorakte sowie Verschleppungen. Erich Mielke – er war Mitglied des Politbüros der SED und oberster MfS-Führer – wiederholte in einer Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 warnend, was schon seit den 50er Jahren in der DDR gültige Praxis war (Tonbandprotokoll; zit. in Stasi intern, 1991, S. 213):

„Wir sind nicht davor gefeit, daß wir mal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüsste, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzen Prozeß. Weil ich Humanist bin. Deshalb hab ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel, von wegen nicht hinrichten und nicht Todesurteil – alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil“ (Hervorhebung D.V.).

Quellen zu „Mordanschlag durch Stasi“
Foto: Anna-Lena Ramm  / pixelio.de
poolalarm.de

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